Berichte aus dem Vereinsleben

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Schnuppertauchen im Freibad Tübingen

Sommerferienprogramm 2017 - Tübingen, den 28. Juli 2017

Am Freitag, den 28. Juli war es wieder soweit! Die Sommerferien hatten, sehr zur Freude der Schüler und Lehrer, begonnen und somit startete auch das Ferienprogramm der Stadt Tübingen in eine neue Runde. Auch dieses Jahr nahmen wir mit dem Tauchverein teil und haben das Schnuppertauchen im Freibad angeboten. Organisiert dieses Jahr von Wolfgang Mesner (1. Vorsitzender), Alexander Bach (Referat Öffentlichkeitsarbeit) und Andrea Pfeifer (2. Kassiererin) mit tatkräftiger Hilfe von Nikola Schmidt und Michael Neukirch (Ausbildung). Auch die Unterstützung der Jugend durch Silian Frische, Dilara Schneck und Aleksandra Angelovska darf hier nicht außer Acht gelassen werden!

Nach dem nächtlichen Regen begrüßte uns glücklicherweise mit 23 Grad und wärmender Sonne der Morgen und nach dem Hereintragen alle Gerätschaften nahmen wir die bunt gemischte Truppe von 10 Kindern/Jugendlichen um 10 Uhr am Haupteingang des Freibades in Empfang. Nach einer kurzen Begrüßung durch Wolfgang und Vorstellung der Teilnehmer ging es direkt in das 17 Grad warme Wasser zum Einschwimmen, wo Aleks die richtige Technik des Schnorchelns und den Umgang mit den Flossen vorführte. Dann durften die Teilnehmer ihr Können im Tauchen und Schnorcheln mit ABC-Ausrüstung unter Beweis stellen. Da die Wassertemperatur nach einiger Zeit doch etwas frisch wurde, ging es dann zum Aufwärmen wieder auf die Decken, wo bei einem Stück Nusskuchen und Cola die theoretischen Informationen zum Tauchen durch Wolfgang und tatkräftige Unterstützung durch Silian erläutert wurden.

Nach einer Einteilung in zweier Teams wurde dann die Ausrüstung zusammengebaut und die ersten Atemzüge aus dem Atemregler genommen. Interessiert und fasziniert stellten die Teilnehmer fest, dass Druckluft schon sehr laut sein kann, wenn man diese durch den Atemregler entlässt und der Widerstand beim Atmen doch ein ganz anderer ist, als beim normalen Atmen. Auch Skepsis dem enormen Gewicht der Ausrüstung gegenüber und dem damit verbunden Auftrieb im Wasser wurde ausgeräumt. Spätestens jetzt waren alle Feuer und Flamme und konnten es kaum erwarten das Gerät im Wasser zu testen. Zögerliche Anfragen, ob man denn tiefer als einen Meter gehen müsste, wurden sofort beruhigt, so das jeder nur die ihm angenehme Tiefe testen konnte. Einzeln wurden die Schnuppertaucher dann jeweils in Fünfergruppen von Wolfgang und Andrea ins Wasser gelassen und durch Alex und Nicola in die Funktionen des Geräts eingewiesen. Nach ein paar Runden an der Wasseroberfläche war jegliche Angst auch bei den Zögerlichen verschwunden und alle konnten es kaum erwarten auf den 1,40m tiefen Boden zu tauchen. Die Begeisterung von der Bewegung unter Wasser nahm durch die ersten Erfahrungen und Übungen zu und somit war die Enttäuschung beim Tausch und einem erneuten Aufwärmen groß, jedoch die Aussicht auf einen zweiten Tauchgang mit Streckentauchen half diese schnell zu überwinden. Keine Fragen mehr nach flachen Tauchgängen, alle wollten nur tiefer und weiter tauchen, jegliche Angst und Bedenken hatten sich in Luft aufgelöst.

Nach erneuter Pause mit Sprüngen vom Sprungturm unter der Aufsicht von Alex, Michael und Nicola und einige schwungvolle Rutschgänge mit Andrea später, ging es dann in das 2,20m tiefe Becken zum Streckentauchen. Wie alte Hasen schwangen sich die ersten fünf wieder in die Jackets und durften mit Alex und Andrea einzeln ihre Runden drehen. Schnell fanden sich alle mit der Tarierung zurecht und genossen das Gefühl zu schweben. Die zweite Gruppe durfte parallel mit Michael ihr Können mit der ABCAusrüstung weiter verbessern. Nach dem Wechsel der Gruppe näherte sich das Schnuppertauchen dem Ende und alle waren zwar traurig das Gerät ausziehen, aber glücklich sich unter heißen Duschen und in der Sonne aufwärmen zu können.

Nach dem Abbau der Geräte, Verteilung der Teilnehmerurkunden und Verabschiedung mit Einladung in den Tauchverein entließen wir die begeisterten Schnuppertaucher in ihre wohl verdienten Sommerferien. Der Dank für die Organisation gilt dieses Jahr Wolfgang, Alex, Andrea, Nicola, Michael, Silian, Dilara und Aleks. Auch die Organisatoren hatten sehr viel Spaß mit den super netten und begeisterten Schnuppertauchern und werden auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder dabei sein! Willst auch du beim nächsten Jahr beim Schnuppertauchen unterstützen? Dann melde dich einfach bei einem der Organisatoren! Wir hoffen auch weiterhin auf Tatkräftige Unterstützung!



A. Bach



Isola d‘Elba

Vereinsausfahrt ans Mittelmeer (10. bis 17. Juni 2017)

ÜbersichtskarteKarte von Elba

Jährlich lädt der Tauchclub Triton Tübingen 80 e.V. zu seiner Jugendausfahrt ein, die uns im Juni 2017 nach Italien, auf die toskanische Insel Elba (Abb. 1) führte. Mit einem Autobus und zwei PKW starteten wir aus Tübingen und Kusterdingen. Ein Auto unserer Kolonne befand sich bereits in Italien und aus organisatorischen Gründen fuhr das durch Gas betriebene Auto voraus. Die beiden übrigen Fahrzeuge fuhren gemeinsam aus Rottenburg ab.

Nach dem die Schweizer Grenze passiert war, die Sonne langsam die schneebedeckten Gipfel der Schweizer Alpen anstrahlte und die Fahrt entlang des Vierwaldstättersees fortgeführt wurde, galt es den Gotthardtunnel zu durchqueren. Vom Glück begleitet geschah dies recht zügig, so dass uns auf der italienischen Seite der Schweiz warmer Sonnenschein erwartete. Doch das Glück war nicht mit jedem – kurz hinter dem Tunnel bremste uns ein Unfall aus, bei dem wir als Ersthelfer vor Ort waren. Frieder und Julia, die sich beide im DRK engagieren und entsprechende Ausrüstung im Wagen mitführten, kümmerten sich schnell und kompetent um die geschockten Verunfallten, während wir anderen versuchte den Standort auf der Autobahn auszumachen – zur Verständigung von Rettungskräfte und Polizei. Nach einer ¾ h nahmen wir die Fahrt wieder auf und erreichten das Zielland Italien. Weitere Unfälle trotz der Fahrweise der Einheimischen wurden uns zum Glück erspart. Ab Piombino erwartete uns die Fähre, die gegen die Nachmittagsstunden gen Portoferraio ablegte. Auf Elba nun als vollständige Kolone versammelt, galt es die letzten 40 km auf der Insel zurück zu legen. Marcone, nahe Capoliveri, war unser Zielort und auch der Standort unserer Tauchbasis: Aquanautic Elba, die wohl beste Tauchbasis am Mittelmeer (Gewinner des Taucher Awards 2015-2017) (www.aquanautic-elba.de).

Freundlich wurden wir auf dieser in Empfang genommen und mit den Räumlichkeiten bekannt gemacht. Neben dem großen Gerätehaus, in dem Flossen, Maske, Schnorchel, Jackets und weitere Ausrüstung gelagert wurde, standen uns mehrere Spundwände zum Einhängen von Füßlingen und Handschuhen zur Verfügung, außerdem drei doppelschienige Wagen zum Aufhängen der Anzüge, vier große Auf- und Abbauplätze, ein großes Auswasch- und Reinigungsareal für die Ausrüstung, eine mittelgroße Lounge Ecke mit Bar und Erfrischungsmöglichkeiten & Kaffeemaschine, außerdem ein Bücherregal mit Bestimmungsbüchern und anderer Literatur, eine Angebotswand mit Tauchlisten und möglich buchbaren Kursen. Frei begehbar waren auch der Flaschenfüllraum, die Außentoilette und die Bleikammer. Gefehlt haben uns die Außenduschen und ein weiterer Nachteil ist die Entfernung zum Strand (~150m) mit Gefälle, jedoch größten Teils geteert.

Nach dem Verteilen der Clubeigene Ausrüstung, immer eine Herausforderung, erst recht bei 19 Personen mit zusätzlicher privater Ausrüstung, dem einräumen des Equipments in die jeweiligen Kisten und dem ersten Begehen unserer Unterkunft, erwartete uns ein All-you-can-eat Pizza Abend, der ebenfalls von der Basis organisiert war. Gesättigt und den Sonnenuntergang verfolgend, klang der Anfahrtsabend aus. Am nächsten Morgen dann erwartete uns ein wunderschöner Ausblick auf die Bucht von Morcone, der Sonnenschein und die liebevoll mit vielen Blumen und Ziergewächsen gestaltete Terrasse, auf der sich nach und nach alle Clubmitglieder zum Frühstücken einfanden – die einen früher, die anderen etwas später. Nach diesem dann brachen wir gemeinsam zur fußläufig entfernten Tauchbasis auf, da der erste Tauchgang, sowie der Tauchurlaub nicht länger auf sich warten lassen will!

Der erste Tauchgang fand in der Bucht von Morcone, bei 23°C Wassertemperatur, auf 6,5 Meter und knapp einer dreiviertel Stunde statt. Dabei begegneten uns eine Vielzahl von Mönchsfischen, Barben, Brassen, grüne Lippfische, Meerjunker, ein Zackenbarsch, natürlich Seeigel, Seesterne und Seegurken, außerdem ein versenkter Eisenstuhl in den man sich gemütlich hineinlegen hätte können, ein Anker und von der Wasseroberfläche fallende Schiffsplanen, die in der Ferne wie markante und gewaltige Felsen wirkten. Das Wetter, wie immer hervorragend sonnig bei einer Sicht von ca. 30 Metern. Nach dem Verlassen des Wassers, dem Genehmigen einer Mittagspause mit kräftestärkender Nahrung und einer gewissen Zeit des Ausruhens, ging es dann am Nachmittag erstmals per Boot aufs Meer hinaus. Corbelli, zu Deutsch der Affenfelsen, ca. 2,5 km von der Insel entfernt, wurde im Laufe des Urlaubs für uns zum typischen italienischen Wort und fand immer mal wieder scherzhafte Einfassungen in Gesprächen. Die meisten wohl mit einer 200 bar Flasche ausgerüstet und mehr als die überwiegende Mehrzahl in Nassneopren gekleidet, verließen mit einem Vorwärtssprung das „überdachte Nussschalenboot“ bei Wellengang. Bei 21°C Wassertemperatur und 30 Metern Sicht, führte uns der Tauchplatz auf eine Tiefe von 18 Metern bei einer Dauer von 50 Minuten. Auch bei Corbelli wurden zahlreiche Unterwasserarten gesichtet. So zum Beispiel eine Hand voll Moränen, Barrakudas im Freiwasser, gelbe Fächerkorallen, natürlich Mönchsfische, Pfauenlippfische, Schriftbarsche und Wachsrosen. Auch bei diesem Tauchgang war uns das Wetter wohlgesinnt, begleitet wurden wir jedoch von etwas leichter Strömung.

Am nächsten Tag, ebenfalls von strahlendem Sonnenschein begleitet, was das Anziehen des Neoprens nicht gerade einfach gestaltete, stand die nächste Bootsausfahrt an. Unser Ziel stellte dieses Mal den Gemini Rock (Zwillingsfelsen) dar. Auch an diesem Tag begleitete uns der Wellengang mit einer Wassertemperatur von 22°C, ausgehend von den bereits gesehenen Fisch- und Pflanzenarten, begegneten uns hier Goldbrassen in großen Schwärmen, die wunderschön golden in der Sonne glitzerten, außerdem Goldstriemen, ein brauner Zackenbarsch und ein roter Fahnenbarsch. Ein Tauchteam jedoch wich stark vom Tauchplatz ab und fand sich zwischen den Zwillingsfelsen wieder. Nach dem fixen einsammeln der „Verschollenen“ ging es zurück zur Basis, es wurde abgerödelt, das Equipment gewaschen und gesäubert, anschließend ausgeruht oder alternativen Aktivitäten nachgegangen, z.B. wandern, fotografieren, den Liebsten daheim schreiben, Musik hören und vieles mehr. Einige von uns ließen sich auch an der Tauchbasis nieder, leisteten anderen Tauchern oder den Betreibern der Tauchbasis Gesellschaft. An den meisten Abenden dann, so auch an diesem, hieß es nach Einbruch der Dunkelheit entlang der Felsklippen der Bucht von Morcone mit Tauchlampen zu Schnorcheln. So konnten im Laufe der Zeit viele Nachtaktive Tiere beobachtet werden, unter anderem: jagende und uns langsam verfolgende Pferdemarkelen, meist nur ein Tier, außerdem kleine, sowie große Drachenköpfe, drei Oktopusse, sowohl braune, als auch orangefarbene getarnt auf Steinen oder dem Sand, ein roter Kalmar und eine Vielzahl von unterschiedlich großen Sepien.

Am 13. Juni dürfte der Tagesablauf für die Clubmitglieder ziemlich unterschiedlich ausgesehen haben, denn eine Handvoll abenteuerlustige Taucher von uns befanden sich bereits um 5:50 Uhr unterhalb der Wasseroberfläche des Mittelmeeres. Der Early Morning Dive an der Scoglio che Bara, der „Gelben Wand“ mit Sonnenaufgang unterhalb der Wasseroberfläche – ein wohl unvergessliches Erlebnis: Einzutauchen in die dunkle noch farblose, kalt wirkende See und mit dem Aufgehen der Sonne die golden leuchtende Wasseroberfläche erblicken, die sich öffnenden Gelben Krustenanemonen in ihrer Farbenpracht bewundern, sowie Goldstriemen, Barrakudas, Doraden und Gorgonien betrachten. Nach 44 Minuten, bei einer Wassertemperatur von 18°C und maximalen 23 Metern war das magische Ereignis vorüber und es war jedem klar, dass es sich gelohnt hat, sich aus den Federn zu bewegen. Hinzu kommt das fantastische Frühstück, dass zum Early Morning Dive dazu zählt – Schokocrossaints, Crossaints mit Marmeladen und Puddingfüllung. Erst recht ein Traum, sofern im Vorfeld keine Zeit fürs frühstücken blieb.

Noch am selben Tag stand uns eine Reise quer über die Insel bevor. Freundlicher weise lieh uns die Basis ihren Anhänger, so dass ausreichend Platz zum Packen dar war. Unser Ziel: das Relitto die Pomonte, ein Schiffswrack an der Westküste der Insel, auf 2 bis 13 Metern gelegen. Durch die Lage an der Westküste und den entsprechenden Windrichtungen, schlug uns extreme Strömung entgegen. Besonders deutlich zu bemerken an der Wasseroberfläche, glücklicherweise jedoch nicht mehr allzu stark auf 6 bis 8 Metern. Für die meisten des Vereins wird es wohl ein wahrlicher Kampf gewesen sein – doch die Anstrengungen zahlten sich aus. Abgesehen von dem gigantischen Wrack, das mit Korallen bewachsen und von Tieren bewohnt wurde und in welches man hinein tauchen konnte, begegneten uns Goldstriemen, Bandbrassen, Petermännchen und vieles mehr. Natürlich auch eine enorme Anzahl von Tauchern bei den herrlichen 24°C Wassertemperatur. Die meisten von ihnen traf man in der besten Eisdiele Elbas wieder. Nach gemeinsamen Aufbruch, verteilten sich die einzelnen Autos auf der Insel. Während einige über den Panorama Pass fuhren, ließen sich andere in Kaffees nieder, noch andere gingen einkaufen um ihre privaten Vorräte aufzufüllen. Mit dem Eintreffen des Anhängerfahrzeuges wurde gemeinsam ausgeräumt, ausgewaschen und verstaut, während andere Clubmitglieder das Abendessen zubereiteten. Auch dieser Abend klang gemütlich aus.

Am darauf folgenden Tag ging der Bootstauchgang in der Mittagshitze erneut zur Scoglio che Bara, der gelben Wand. Von Wellengang und leichter Strömung begleitet, suchten wir auf 36 Meter ein altes, sehr verlottertes, kleines Wrack auf, von dem weitergehest nur noch der Motor übriggeblieben war. Ein Oktopus kreuzte unseren Weg, genauso wie Barrakudas im Freiwasser, große Bandbrassenschwärme, Schnecken, die sich im Fels gut tarnten und die üblichen kleinen Schwarmfische. Nach fast 50-minütigen Tauchgang galt es eine Boje zu setzen, langsam aufzutauchen und wieder an Bord des Schiffes zu gehen. Und erneut führte uns ein Tauchgang nach Corbelli – ein Nachttauchgang. Auch hier ließen sich nur wenige Taucher des Vereins überzeugen, vermutlich auch, weil es für viele ein Wiederholungstauchgang gewesen wäre. Nach dem abtauchen um 21:30 Uhr wurden wir von Oktopussen, Moränen, Einsiedlerkrebsen, Mönchsfischen, Brassen und Drachenköpfen beäugelt. Ein Conger verfolgte uns sogar – seltsames Gefühl, in totaler Dunkelheit, nur mit dem Lichtkegel der Taschenlampe und den Tauchpartnern gewappnet. Ebenso ungewohnt und fremd das Auf- und Abtauchen bei Dunkelheit, jedoch wohl einer der erlebnisreichsten Tauchgänge überhaupt. Nach dem Zurückkehren ans Ufer erwartete uns eine kleine Gruppe unserer Mitglieder und begleitete uns hinauf zu der Basis.

Am Folgetag, dem 15.06 fanden zwei Bootstauchgänge statt, wovon einer am Nachmittag zur Punta Morcone führte und sich die Gruppe, wenn auch nur ein wenig, teilte. Die große Mehrheit tauchte mit Flasche und voller Ausrüstung, Arne und Nini jedoch kamen zum Boot geschnorchelt und schossen per Apnoe ein paar Bilder von der tauchenden Gemeinschaft. Freundlicherweise nahm der Bootsführer, Herr über die „überdachte Nussschale“, die beiden mit zurück zum Ufer, so dass ihnen das zurückschnorcheln erspart blieb. Am selben Tag noch, brachen Valentin, Arne und Nini erneut zum entfernten Relitto di Pomonte auf, um dort gegen die Abendstunden noch etwas Apnoe am Wrack zu betreiben. Die Strömung war stark abgeflaut und entsprechend angenehm zu Schnorcheln. Ausklingen ließen sie den Abend mit einem Eis und einer Pizza – verpassten dadurch aber die Taufe der Neulinge in Morcone. Zu jeder bestandenen Tauchausbildung gehört als Neuabkömmling von Neptun eine Weihung durch das Meerwasser und das Erhalten eines Taufnamens. So wurden vier Taucherinnen und Taucher in stürmischer Nacht bei brausender Brandung von Neptun mit folgenden Namen getauft: David Dorade (**), Dilara Diamant-Regenbogenfisch (*), Anna Alicia Mirabilis (Wunderanemone) (*) und Aleksandra Atlantischer Blauflossenthunfisch (*). Besonders einprägsam dürfte der zusammengebraute Trank gewesen sein, bestehend aus Meerwasser und anderen Substanzen, die sich finden ließen. Gefüllt in den Schnorchel lag es nun an den Getauften das Gemisch zu trinken, wohlgemerkt mit aufgesetzter Maske. Amüsant so wie unappetitlich zu gleich, aber ein Muss!

Auch am 16. Juni erwarteten uns zwei Bootstauchgänge. Der Erste führte zum Tauchplatz Picchi di Pablo mit Steilwand. Vor halb 12 ging es dann hinab in die Tiefe auf 38 Meter um rote Gorgonien zu bestaunen, Barrakudas, Gabeldorsche und Doraden zu beobachten und in der Felswand nach Schnecken zu suchen. Ein sehr entspannter und langsamer Tauchgang von ca. 50 Minuten bei 18°C Wassertemperatur. Mit dem Austauchen und dem Zurückkehren aufs Boot ging es dann weiter zum zweiten Tauchplatz, der sich Relitto Aereo nannte. Wie zu erwarten ein kleines Flugzeugwrack auf 15 Meter Tiefe, bewohnt von braunen Zackenbarschen in der Tragfläche und Moränen im ehemaligen Motorraum, dabei dicht umwachsen von Seegras. Nach dem Zurückkehren an die Basis, dem Packen des Equipments und des Gepäcks wurde der Abend in Capoliveri mit dem Besuch der Ortschaft und einem Besuch in einer Pizzeria abgeschlossen und Resümee über den Urlaub gezogen. Mit der Heimkehr zu unseren Unterkünften wurde letztes Gepäck verstaut und recht schnell die Wege in die Betten gefunden. Denn am nächsten Tag stand die Rückfahrt und frühes Aufstehen bevor.

Da uns nun ein weiteres Auto auf der Rückfahrt zur Verfügung stand, konnten glücklicherweise aus den Autos, die mit jeweils fünf Personen besetzt waren, Personen umgesetzt werden. Welch göttliche Eingebung, nicht länger in der Mitte auf der Rückbank über 8-10 Stunden eingequetscht zu sein! Nach dem wir unsere Unterkünfte verlassen hatten, Die Fähre zurück ans Festland nahmen und dort an Land gingen, verstreuten sich die einzelnen Fahrzeuge – auch, weil unterschiedliche Wege genommen wurde. Etwa durch 1:45 h Stau vor dem Gotthard, wurde der Gotthard-Pass benutzt oder aber auf den Bernardino-Tunnel ausgewichen. Letztlich erreichten wir Tübingen zwischen 21 und 23 Uhr und während einige schon schlummerten in ihren Betten daheim, waren andere noch unterwegs um nach Haus zu gelangen.

Alles in allem ein sehr gelungener, mit guten Wetter und „guter Luft“ begleiteter Urlaub, wenn auch mit kleinen Niederschlägen, wie beispielsweise das nicht Vertragen des Wellengangs bei Bootstauchgängen oder das „Küche sein“. Doch wie jeder Urlaub und mit der entsprechend großen Anzahl von Teilnehmern bürgte auch dieser positive, als auch negative Ereignisse.

Besonderer Dank gebührt Michael für die Organisation und Planung der Reise sowie Klaus, der kurzfristig vorher ausfiel und dennoch seinen Autobus zur Verfügung stellte, außerdem Arne für das Besorgen der Schweizer Plaketten, allen Köchen & Köchinnen sowie deren Helfer & Helferinnen, dem Einkaufsteam und dem Packteam!

Mit dabei waren: Michael, Nina, Oonagh, Frieder, Julia, Valentin, Nini, Arne, Uli, Markus, Marco, Silian, Christina, David, Christel, Aleksandra, Dilara, Anna, Achim.



J. Mahlitz



Isola del Giglio

Vereinsausfahrt ans Mittelmeer (15. bis 22. Mai 2016)

Karte von Giglio

Jährlich lädt der Tauchclub Triton Tübingen 80 e.V. zu seiner Jugendausfahrt ein, die den Verein im Mai 2016 nach Italien, auf die toskanische Insel Isola del Giglio (Abb. 1) führte. Mit drei Auto Bussen und einem mit Tauchequipment voll beladenen Anhänger, starteten wir die Anfahrt aus Tübingen. Unser Weg führte uns über die Grenze zur Schweiz, ohne Stau durch den Gotthard Tunnel und weiter durch den Norden Italiens. Die letzte Etappe stellte die Fähre hinüber nach Giglio Porto dar. An der nordwestlichen Küste, bei Campese, bezogen wir jeweils zu viert oder fünft unsere Quartiere. Diese lagen in nächster Nähe zueinander und unweit von der Tauchbasis Campeses Diving Center entfernt. Nur wenige Schritte über den Hof der Basis erwartete uns das tyrrhenische Meer. Klar, in türkiser und dunkelblauer Farbe – bereit für unsere Tauchgänge und unsere Erkundungen – von der Sonne hell erleuchtet bei minimalem Wellengang. In der Ferne zu erkennen: die Insel Elba.

Dennoch zog es eine kleine Gruppe nach der Ankunft, noch vor dem gemeinsamen Kochen und Essen, ins Wasser. Aufgebrochen mit ABC-Ausrüstung und Bojen das Gewässer erstmals zu erkunden – dabei machten einige auch ihre ersten Erfahrungen im Meer zu schnorcheln und Apnoe zu betreiben. Nahe den Fördertürmen, östlich der markanten Felsformation Faraglione dell’isola del Giglio (siehe Abb. 3 & 4) auf ca. 13 – 16 Metern Tiefe, wurden wir auf das Mineral Pyrit aufmerksam. Golden funkelte es von der Sonne angestrahlt am Meeresboden zwischen den Sandriffelungen und Pflanzen. Schnell waren viele Stücke gesammelt und gab Aufschluss über die Geschichte der Insel. Auch weswegen mitten im Meer drei Stahlbetonplattformen und ein metallener Förderturm aus dem Wasser herausragen. Sowohl Pyrit, als auch Granit und Eisenerz wurden auf Giglio abgebaut.

Während des einwöchigen Aufenthalts in Campese, wurden die Fördertürme wohl am häufigsten angetaucht, darüber hinaus sind reichlich Tauchplätze vorhanden (Abb. 5). Zunächst bei den Fördertürmen verbleibend: interessant war besonders (vom Strand ausgesehen) der zweite, eingestürzte Förderturm (Abb. 6), der von Flora und Fauna angenommen wurde und neue Lebensräume für unterschiedliche Lebewesen bot – in jedem Falle einen Tauchgang wert. Eine noch größere Attraktion stellte jedoch klar und unangefochten der dritte, erhaltene Förderturm dar. Zwar findet sich hier kein metallenes, niedergefallenes Gerüst, dafür aber allerlei Pflanzen- und Fischarten. Die einen mehr, die anderen weniger gut getarnt. Dazu kommen veralgte Taue und Steine sowie große Felsblöcke. Besonders für Taucherinnen und Taucher, die über noch nicht viel Erfahrung verfügen oder ihre Ausbildung absolvieren, sind diese Tauchplätze wunderbar. Nicht zu tief, übersichtlich mit guter Orientierungsmöglichkeit und bei allen Tauchgängen war keine Strömung vorhanden – außerdem gab es allerlei zu sehen.

Unter anderem wurden folgende Fisch- und Pflanzenarten von uns bestaunt: Conger, Sepia, Mondfisch, Drachenkopf (Abb. 7), Brasse, Mönchsfisch (Abb. 6), Einsiedlerkrebs, Schnecke, Stechmuschel, Schirm- und Trichteralge, Neptungras, Petermännchen, Meerbarbe (Abb. 8), Dorsch, Seestern (Abb. 9), Barrakuda, Moräne, Oktopus, Seeigel, Zacken- und Schriftbarsch, Sardine, Grüner Lippfisch, Meerjunker, Pfauenlippfisch, Leuchtqualle (Abb. 10), Segelqualle und viele mehr…

Neben den häufig angetauchten Fördertürmen (Abb. 11, 12, 19 & uvm.), fanden auch Bootstauchgänge statt. Hauptsächlich wurden hier Tauchplätze im Norden der Bucht Campese gewählt, einige Bootsausfahrten führten uns allerdings auch gen Süden – unterhalb der herausragenden Landmasse (Abb. 5). Bei mäßigen Wellengang, entsprechenden Winden und wechselnden Wetterverhältnissen, entdeckten wir den Tauchplatz Secca I, gelegen im nördlichen Teil der Bucht Campese nahe dem Campingplatz.

Bei 18°C Wassertemperatur und der größten Tiefe von 25 Metern sahen wir uns 50 Minuten lang in mehreren Tauchgruppen um, meist zu dritt oder zu viert. Vom Boot ausgehend hielten wir aufs klare Blauwasser zu und ließen die felsige Brandung zu unserer Rechten. Mit dem Wellengang dann und leichter Strömung kehrten wir bei einem Viertel der Strecke um, Felsbrandung nun zu unserer Linken und tauchten mit einem Bogen zurück zum Schiff. Unter uns stets sandiger Boden, als auch großblockiger Fels, dazu Gräser und eine Vielzahl von genannten Fisch- und Pflanzenarten (angeblich auch ein Wal…). Der Aufstieg erfolgte an der Ankerleine – auch dies war für Viele eine neue Erfahrung und nicht jedem bekam der mäßige Wellengang, vor allen nicht bei praller Sonne und mit dem ganzen Equipment auf den Schulten. Dennoch war es alles in allem ein sehr spannender und gelungener Bootstauchgang für uns. Ähnlich lässt sich Secca II beschreiben: Felsiger Untergrund, klare Sicht und gleichlange Tauchdauer. Ein überaus besonderer Tauchplatz stellte jedoch der südlich gelegene „Appenin“ dar. Kräftiger Sonnenschein, kein Wellengang, ca. 30 Meter Sicht und das Abtauchen im Blauwasser ohne Fixpunkt bei bis zu einer Tiefe von 50/60 Meter. Auch auf diesem Tauchgang begegnete uns ein Schwarm Barrakudas, Moränen u.v.m. Ein sehr netter Tauchgang war auch jener, der zum Anker, östlich der Fördertürme führte (Abb. 13).

Abgesehen vom Tauchen fanden sich immer wieder kleinere Gruppen für alternative Aktivitäten zusammen. Beispielsweise für Wanderungen hinauf nach Castello (Abb. 14), dem Südleuchtturm, dem Gipfelkreuz oder der markanten Felsformation Faraglione dell’isola del Giglio (Abb.15), bei der wir den Sonnenuntergang genossen (Abb. 16). Aber auch das gemeinsame Schnorcheln, Apnoen und Schwimmen, das Beisammensitzen und Musikhören oder das Quatschen in eines der nahe gelegenen Cafés und Restaurants wurde immer wieder wahrgenommen. Besonders auch an Tagen, an denen aufgrund von starkem Wellengang oder schlechter Sicht nicht getaucht werden konnte. Gerade auch beim Frühstück, dem Mittagessen und dem Abendbrot fand sich die ganze Tauchmannschaft zusammen. Es wurde in kleinen Teams durchwechselnd gekocht und abgespült, eingekauft und sich umeinander gekümmert. Zur Feier der Ankunft in Giglio und zum Abschluss des gemeinsamen Urlaubes gönnten wir uns jeweils einen Besuch in den Pizzerien (Abb. 17).

Zu jeder bestandenen Tauchausbildung gehört als Neuabkömmling von Neptun eine Weihung durch das Meerwasser und das Erhalten eines Taufnamens. So wurden vier Taucherinnen und Taucher in stürmischer Nacht bei brausender Brandung von Neptun mit folgenden Namen getauft: Segelqualle (*), Neon Riffbarsch (**), Nordseerobe (*) und _______ (*). Besonders einprägsam dürfte der zusammengebraute Trank gewesen sein, bestehend aus Meerwasser, kleingehakten Knoblauchzehen, Milch, Bratensoße und weiteren undefinierbaren Substanzen. Gefüllt in den Schnorchel lag es nun an den Getauften das Gemisch zu trinken, wohlgemerkt mit aufgesetzter Maske. Amüsant so wie unappetitlich zu gleich, aber ein Muss! Alles in allem ein sehr gelungener, mit guten Wetter und „guter Luft“ begleiteter Urlaub, wenn auch mit kleinen Niederschlägen, wie beispielsweise das nicht Vertragen des Wellengangs bei Bootstauchgängen. Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke:

Ein besonderer Dank gebührt Michael für die Organisation und Planung sowie seinen Helfer/innen.



J. Mahlitz




Jura - Ein Bericht von M. Haager

Auf vielfachen Wunsch des Präsidiums wiederholen wir heute aus der Reihe "Mein schönster Aprilsamstag" die Folge:

"Jura"

oder

"Nachmittags war die Sicht aber besser"

OSM-Karte Bodensee

Es ist ja nicht jedermanns Sache, bei jedem Wetter zum Tauchen in den Bodensee zu springen. Für alle, denen das verregnete und verschneesturmte Ostern depressive Anfälle beschert hatte, veranstaltete der glorreichste Tauchclub zwischen Stuttgart und Bodensee am 28. April eine Vereinsausfahrt an die Jura.

Zur Erinnerung: Die Jura ist das Wrack eines Schaufelraddampfers. Der ist am 12. Februar 1864 vom Dampfschiff Stadt Zürich in dichtem Nebel gerammt worden und daraufhin zügig gesunken. Im Gegensatz zu manch anderem Wracktauchgang muß man hier keine ethischen Grundsatzüberlegungen anstellen. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder der Jura sind von der Stadt Zürich aufgefischt worden, Verluste waren nicht zu beklagen. Der Tiefe von 38 Metern, auf der das Wrack ein paar hundert Meter vor dem Hafen von Bottighofen liegt, ist es zu verdanken, daß die im See allgegenwärtigen Wandermuscheln noch viel von dem alten Holz übrig gelassen haben. Der gute, wenn auch durch häufiges Betauchen stets schlechter werdende Zustand des Wracks lockt derart viele Taucher an, daß es einige Bootsführer am See gibt, die es sich zu einem einträglichen Geschäft gemacht haben, die Jura anzufahren.

Die gute Organisation von Frank Kurbjeweit hat es nicht nur in bemerkenswerter Weise verstanden, die Ausfahrt genau auf den Tag zu legen, an dem das Wetter sich endlich in Richtung Frühling zu bewegen begonnen hat, auch die Buchung von Helmut Steiner, der in langjähriger Erfahrung das Wrack mit schlafwandlerischer Sicherheit auch ohne Echolot gefunden hat, war tadellos.

Der erste Wermutstropfen des Tages, der frühe Abfahrtstermin sowie das Verstauen von sechs Tauchern und dreizehn Flaschen in zwei Autos war schnell verschmerzt, als deutlich wurde, daß es zumindest keinen Dauerregen am See geben würde. Das etwas mühsame Beladen des Tauchschiffes hat die sechs teilnehmenden Herren schließlich vollends wach werden lassen, wach genug jedenfalls um die launigen Scherze Herrn Steiners genießen zu können.

Nach einem zweiten Frühstück an Bord konnte der aufmerksame Beobachter darüber staunen, mit welch unterschiedlichen Ansprüchen an den Komfort beim Tauchen die Teilnehmer sich in ihre Anzüge zwängten. Vom Ältere-Herren-Luxus-Trocki bis zum Im-Bodensee-im-Frühjahr-fast-schon-suizidal-Naßanzug war alles vertreten.

Nachdem die üblichen Präliminarien wie Anker setzen, Gruppeneinteilung, Briefing, letzte Zigaretten erledigt waren, begann für die drei Zweimann-Gruppen ein sehr netter Tauchgang. Der immer aufs neue erregende Abstieg am Ankerseil in das zunehmend düsterer werdende grünliche Nichts wurde, zumindest beim Verfasser, abgelöst durch die Freude, daß der Anker perfekt neben dem Wrack zu liegen gekommen ist. Nur die einsetzende Stickstoffberauschung konnte dann aber darüber hinwegtrösten, daß die Sicht eklatant beschissen war. Trotzdem konnten wir den Tauchgang genießen und staunen. Und uns mal wieder fragen, in welchem Clubheim wohl die oberen Lagerschalen der Antriebswelle an der Wand hängen. Und wer auf die Idee kommt, in 36 Meter Tiefe den ganz großen Schraubenschlüssel auszupacken. Und ... 20 Minuten Grundzeit sind genug. Zeit zum Aufstieg. Dabei erlag der Verfasser einen kurzen Augenblick lang der Ansicht, es gäbe im See Zitteraale. Trotz der schlechten Sicht zeigte sich aber, daß die Aale nur die Halb- und Ganznaßtaucher auf der 6 Meter Stufe waren.

Das Umziehen nach dem Tauchgang wurde untermalt von einer Unterhaltung zwischen Herrn Steiner und einem anderen Tauchbootsführer, der offensichtlich meinte, das Wrack am sichersten dadurch zu finden, den Anker in die aufsteigenden Luftblasen zu werfen. Abgesehen von der Gefährdung hat dieses Verhalten auch dazu geführt, daß Herr Steiner seinen Anker slippen mußte. Er hat ihn zwischenzeitlich aber wieder bergen können.

Auch mit den Zitteraalen hatte Helmut Steiner Erfahrung. Er ließ es sich nicht nehmen, mittels seines Gasofens den Betroffenen wieder etwas Wärme zuzuführen, während er Wallhausen für das Mittagessen und den Nachmittagstauchgang ansteuerte. Das übliche Taucherlatein ebenso wie anspruchsvolle Gespräche ergänzten die preiswerten und schmackhaften Fleischküchle in der Wallhausener Orangerie.

Der zweite Tauchgang sollte an den Zickzack genannten Platz führen, einen besonders schönen Anschnitt der Steilwand zwischen Teufelstisch und Marienschlucht. Die Steilwand wächst hier bei etwa 40 Metern Tiefe aus der Halde empor. An den übergängen finden sich Spalten und kleine Höhlen, in denen fast immer große bis riesige Trüschen zu finden sind. Auch die Wand selbst zeigt die Vielfalt im Süßwasser. Man kann hier bei sorgfältiger Beobachtung etliche Lebewesen sehen, die weiter in Richtung Wallhausen an der Wand fast oder ganz verschwunden sind (Genauere Informationen und die lateinischen Namen sind bei den mitreisenden Biologen zu erfragen). Leider kann aber auch Herr Steiner hier nur ankern, wenn er den zahlreichen ausgekratzten Rinnen im Sandstein eine weitere hinzufügt. Die weitaus bessere Sicht an der Wand im Vergleich zum Vormittag ließ aber jedenfalls auch die Feucht- und Naßtaucher die Kälte wieder ein bißchen vergessen.

Als die sechs stolzen Taucher, nach dem Tauchgang von Frank mit allem Notwendigen versorgt, am Spätnachmittag das Tauchboot in Sipplingen wieder entluden, war es endgültig sonnig geworden. Der hausgemachte toskanische Apfelkuchen mit Vanilleeis (Pizzeria gleich am Hafen) konnte also im Freien genossen werden.

Die anschließende Heimreise verlief ohne wirklich berichtenswerte Ereignisse. Spätschäden sind ebenfalls bislang noch nicht bekannt geworden, womit man abschließend nur feststellen kann, daß alle, die nicht dabei waren, einen wohlorganisierten und lohnenden Tauchtag versäumt haben.



P.S.: Wer sich für betauchbare Wracks im Bodensee interessiert, dem sei das Museum unter Wasser empfohlen.



M. Haager




"Tauchen in Südafrika" von Klaus Bardele

Einer von mindestens zwei Berichten über meine Lieblingstauchplätzen in meinem geliebten AAAAAFRIKA!

1. Sodwana Bay

OSM-Karte Sodwana Bay

Sodwana liegt am Ende einer etwa siebzig Kilometer langen Schotterpiste, etwa 300 km nördlich von Durban in Maputaland. Sodwana Bay ist ein Marinepark am Rande eines wunderschönen Landschaftsschutzgebietes, des "Greater St. Lucia Wetland Parks". Unendlich lange Sandstrände, die stellenweise leider mit den entsprechenden Genehmigungen auch befahren werden dürfen, uralte Dünen mit ihren Küstenwäldern sowie Sumpfgebiete und Savanne umgeben den Park. Versuche, die Dünen von Bergbauunternehmen ausbeuten zu lassen, sind glücklicherweise vorerst gescheitert.

Sodwana ist der bekannteste Tauchspot Südafrikas.

Die beste Zeit, um zu tauchen, ist von April bis September. Die Sicht ist in den Monaten Mai und Juni besonders gut. Sie variiert meiner Erfahrung nach zwischen zehn und zwanzig Metern horizontaler Sicht, kann aber auch weiter reichen.

Ende März, Anfang April sind die Chancen Sandtigerhaie ("Raggedtoothsharks") und Walhaie zu sehen recht gut.

Der indische Ozean ist das ganze Jahr über angenehm warm. Die Wassertemperatur beträgt im Schnitt 24°C, sie fällt nie unter 21°C und steigt im Sommer (Dezember/Januar) bis auf 28°C an.

Zwischen Oktober und Februar kommen alljährlich Loggerhead- und Leatherbackschild-kröten, um ihre Eier im Sand zu legen. Das Natal Parks Board bietet geführte nächtliche Schildkrötentouren an.

Die Korallen in Sodwana bilden kein fortlaufendes Riff, sondern verteilen sich parallel zur Küste in eine Anzahl verschiedener Riffe, die nach ihrer Entfernung vom Startpunkt der Boote benannt werden. Two Mile Reef ist das größte und bietet jede Menge verschiedener Tauchplätze, die mit einer Ausnahme (Deep Sponge, 30-40m) meist um die 15m Wassertiefe liegen. Weiter entfernt liegen Five Mile Reef (21m), vor allem bekannt wegen seiner wunderschönen Hart- und Weichkorallen, Seven Mile Reef mit seinen Tischkorallen, Schildkröten, Rochen, Zackies und den Schwärmen von Jungfischen. Zuletzt gibt es nach einer etwa 45 minütigen Bootsfahrt, die oft etwas rauer ist, noch Nine Mile, dessen zerklüftete Unterwasserlandschaft durch Schwämme, wunderschöne Korallen und jede Menge Muränen der unterschiedlichsten Arten besticht.

Die Korallenbleiche hat in den Jahren, in denen ich in Sodwana Bay tauchen war (`96-`00) keine sichtbaren Spuren hinterlassen und die Unterwasserwelt hat, so weit ich es beurteilen kann, kaum Schaden genommen. Das liegt mit an der strengen Politik der Tauchbasen, die das Berühren von Korallen und Fischen strikt verbieten. Das Parks Board kontrolliert sogar gelegentlich die Westen der Taucher, um sicherzustellen, dass nichts mitgenommen wurde.

An Fischen seht ihr übrigens fast alles, was das Taucherherz begehrt. Hier nur eine winzig kleine Auswahl: Papageienfische, Doktorfische, Lippfische, Fledermausfische, Rochen, Rotfeuerfische, Zackies, Muränen, Drachenköpfe, Kaiserfische, Anemonenfische, Sandtigerhaie, Delfine, ...

Alle Tauchgänge sind -meist leichte- Strömungstauchgänge, bei denen der Skipper einer Signalboje folgt. Die Zodiacs fassen bis zu zwölf Tauchern, sind aber nur an den Wochenenden und während der Juliferien voll besetzt. Jeder Tauchgang wird von einem ortskundigen Divemaster geleitet, der auch die Boje mit sich führt. Die Boote stehen über Funk mit den Basen in Verbindung, haben Sauerstoff an Bord und in der Saison befindet sich ein Helikopter vor Ort (Francois darf also auch kommen).

Empfehlen kann ich zwei Basen:

Beide Basen unterscheiden sich nicht hinsichtlich der Boote oder Tauchplätze bzw. der Ausbildung der Guides, so dass es sich lediglich um eine Frage der persönlichen Präferenzen handelt, wo ihr nun Quartier aufschlagt.

Die Anreise erfolgt entweder im gemieteten PKW von Durban (ca. 300 km) und dauert ca. 3,5 Stunden oder Johannesburg (ca. 600 km)aus, ca. 7 Stunden, immer vorausgesetzt, ihr fahrt ein zügiges Tempo, oder ihr lasst euch von den Basen erklären, wie ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Baz Bus) und einem Abholservice nach Sodwana kommt.

Ich hoffe die Lektüre hat euch Spaß gemacht und der eine oder andere überlegt sich, ob er nicht auch mal in mein gepriesenes AAAAFRIKA reisen möchte! Für weitere Informationen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung, is doch klar!

K. Bardele




"Tauchen in Südafrika II" von Klaus Bardele

Und da ist er: Der zweite Bericht eures Afrikaners!

2. Aliwal Shoal

OSM-Karte Aliwal Shoal

Aliwal Shoal ist wohl der am zweithäufigsten frequentierte Tauchspot Südafrikas. Das Shoal liegt etwa 65 km südlich von Durban an der South Coast, zwischen den Orten Umkomaas und Scottburgh. Die Küste ist hier relativ dicht besiedelt und man vermisst die Ruhe und Abgeschiedenheit Sodwanas ein bisschen. Die kleinen Städtchen zwischen Durban und Margate liegen, wie Perlen auf einer Kette, neben der Autobahn N2, die an der Küste entlang führt. Alle 5 - 10 km trifft man auf einen kleinen Ort.

Umkomaas ist der Ausgangspunkt aller Touren zum Shoal. In Umkomaas selber gibt es mehrere Tauchbasen, deren Preise ähnlich sind und die alle sowohl das Riff selber als auch die beiden Wracks anfahren. Die bekannteste und größte Basis ist der "Whaler", direkt an der Küste, mit eigenem Shop, Unterkünften und einem Restaurant gleich nebenan.

Beste Reisezeit:
Der Tauchreiseführer rät dazu, zwischen Mai und September zu tauchen, da sich in dieser Zeit die umherziehenden "ragged tooth sharks" (dt: Sandtiger) hier aufhalten und außerdem der Wassereintrag aus den Flüssen im Sommer zu viel Dreck mit sich bringt.

Das Wasser ist eine Mischung aus dem wärmeren Wasser der Korallenriffe des Nordens und der Kaltwasserriffe weiter südlich. Im Winter (August) können die Wassertemperaturen allerdings schon auf unangenehme 18°C fallen (Mai: 24°C, Okt.: 24°C). Die Sicht ist nicht immer berauschend und bewegt sich im Schnitt um die 15 m, kann aber bis zu 40 m betragen.

In den allermeisten Fällen starten die Touren an der Mündung des Umkomaas River. Das neun Meter lange Zodiac mit den beiden 85 PS Motoren wird dort ins Wasser gelassen. Ist das fertig montierte Tauchgerät am Ständer in der Bootsmitte befestigt, können alle Mann das Zodiac ins Wasser schieben und auf Kommando des Skippers über die Pontons ins Boot hüpfen. Jetzt heißt es: "Feet in the footstraps and hold on tight!". Auf dem Fluss, unter einer Eisenbahnbrücke hindurch, über eine Sandbank hinweg geht es dann mit Vollgas in die Brandungszone hinein. Der Skipper wartet dort ständig kreisend auf eine Lücke zwischen den Wellen und jagt dann sein Boot auf die offene See.

Aliwal Shoal rühmt sich, die härtesten "launches" der Welt zu haben. Ich habe es schon erlebt, dass bei schlechterem Wetter über fünf Meter hohe Wellen in der Brandungszone über das Boot hereinbrechen. Auch hinter der Brecherlinie hat man gelegentlich noch mit 1-2 m Dünung zu tun. Das ist allerdings ein nettes Abenteuer und noch lange kein Grund, nicht tauchen zu gehen.

Aliwal Shoal wird aus zwei Gründen betaucht: Zum einen natürlich wegen der berühmten Raggies, denen die Taucher recht nahe kommen können und vor denen sich keiner fürchten muss (es sei denn, sie machen einen Buckel, das ist dann eine Aufforderung, sich zu entfernen) und wegen der beiden Wracks.

Die Wracks:
Die "Nebo" rammte das Shoal 1884 und ging mit ihrer Ladung an Eisenbahnmaterial schnell unter. Sie liegt kieloben auf 30 m Tiefe und ist angeblich noch in einem mäßigen Zustand. Ich selber habe sie nicht betaucht, da sie nur selten angefahren wird.

Sehr interessant ist die "Produce", ein norwegischer Frachter, der 1974 das nord-östliche Ende des Shoals touchierte, leck schlug und dann an seinen jetzigen Standort driftete.

Auch die "Produce" liegt in 30 m Tiefe, leicht auf ihre Steuerbordseite geneigt. Das Wrack lohnt sich nicht nur wegen seiner eindrucksvollen Dimensionen sondern auch der es besiedelnden Fische wegen. Durch große Löcher in der Seite und im hinteren Teil kann man in die "Produce" eindringen. Im Schiffsinnern muss man sich sehr vorsichtig bewegen, da der vielen rostigen Metallkanten wegen Verletzungsgefahr besteht. Neben den üblichen "goldies" und den "blue-banded snappers" sind die vielen Rotfeuerfische im Bauch des Schiffes ein toller Anblick. Ich kann jedoch nur zur Vorsicht raten: Von ihnen im Wrack eingekreist zu werden sorgt nicht unbedingt für ein wohliges Gefühl. Schaut dass ihr langsam aber sicher Land gewinnt, wenn das der Fall sein sollte.

Der absolute Bringer sind jedoch die beiden "brindle bass", die unter dem Kiel bei der fehlenden Schraube hausen. Diese zwei Zackies sind gut und gerne zwei Meter lang und extrem beeindruckend!

Das Riff:
Zwei Tauchspots zählen zu meinen Favoriten:

"Raggie Cave bzw. Shark Alley", Tiefe um 15 m, jede Menge tropische Fische und natürlich die Raggies. Die Gefahr an diesem Spot ist, dass er übertaucht wird und die Taucher sich in der Haisaison nicht daran halten, dass sie nicht in die Höhle tauchen sollen, wen sich Haie darin befinden. Die Haie ruhen sich dort aus und dürfen nicht gestört werden!

"Cathedral", Tiefe 28m, ist ein spektakuläres Loch im Riff, mit einem seitlichen Torbogen, durch den man in die Kathedrale eindringen kann. Auch an diesem Platz gilt die Regel: Wenn Haie drin sind - draußen bleiben! Neben den vielen Kleinfischen leben hier viele Rochen und Muränen.

Fische:
Auf dem Shoal selber findet man Drachenköpfe, Rochen, Zackies, Muränen, Mantas Shrimps, Lobster, Octopusse, Kofferfische, Loggerhead Schildkröten und natürlich die Haie.

Anreise am besten von Durban her kommend. Wohnen kann man entweder in Pensionen oder den von den Tauchschulen angebotenen Unterkünften. Obwohl es im südafrikanischen Winter selten regnet, ist das Klima hier generell feuchter als weiter im Norden. Alles ist grün und auch Nichttaucher kommen hier auf ihre Kosten: Es können Krokodilfarmen, Naturreservate, lange Strände oder das Wild Coast Sun Spielcasino besucht werden.

Infomöglichkeiten:

K. Bardele




Zakynthos – Arbeiten im Urlaub?

OSM-Karte Zakynthos

Im Urlaub arbeiten? Wer so etwas tut, der kann nicht mehr ganz frisch sein! Dachte ich mir auch lange Zeit, bis ich mich bei unserem Vereinskollegen René als Scuba Slave verdingte.

Einen Urlaub in der Sonne, gutes Wetter, klares und warmes Wasser, kühles Amstel und abartige Sichtweiten unter Wasser. Klingt gut was? Dazu auch noch umsonst tauchen? Genau das hatte ich! Und ihr könnt es vielleicht auch haben!

Es war so toll wie es klingt, ließ sich allerdings nicht ohne eine gewaltige Menge Schweiß bewerkstelligen: Ich hatte mich Ende letzten Jahres mit René abgesprochen. In den Sommerferien wollte ich zu ihm nach Zakynthos kommen und bei Zante Diving arbeiten. René leitet diese Tauchbasis in Laganas, dem Touristenzentrum der Insel.

Im März bestellte ich mein Ticket und am 31. 8. 01 ging der Flieger. René empfing mich und meinen neuen Kollegen Matze am örtlichen Flughäfchen mit einer Dose Amstel und ich dachte mir: „Das fängt ja gut an!“

Fing es auch! Kaum 10 Minuten später kamen wir auf der Basis an und wurden von denjenigen Assis begrüßt, die auch an ihrem einzigen freien Tag in der Woche nichts besseres zu tun hatten, als an der Tauchbasis herumzulungern und auf Frischfleisch zu warten. Ruckzuck ging es ans Einarbeiten.

Wer denkt, dass Arbeit auf einer Tauchbasis einen Tauchurlaub machen bedeutet, der hat sich ziemlich geschnitten. Bei drei Ausfahrten täglich kommt ein Assi im Schnitt nicht öfter als einmal pro Tag zu einem Tauchgang. Der ganze Basisbetrieb muss laufen, jeder tut alles und das sobald es nötig ist, nicht erst morgen. Ein ganz normaler Tagesablauf eines Assis bei Zante Diving sieht etwa wie folgt aus:

8.10 Uhr

Aufstehen, anziehen (Badeshorts und T-Shirt) und auf dem Moped zur Basis fahren

8.30 Uhr

Basis aufmachen; dh. Dinghi von der Kette machen, Motor an Dinghi schrauben, Basisfegen, Leihanzüge von innnen nach außen drehen und richtig sortiert aufhängen, Büro richten für Publikumsverkehr (Infos, Zeitschriften auslegen, CD in Computer legen,...)

8.50 Uhr

Die ersten Kunden kommen und wollen tauchen: Namen auf der Liste checken, eventuelle Leihausrüstung ausgeben und in Kundenkartei eintragen, dafür sorgen, dass alle ihre Flaschen und Kisten auf den Sackkärren haben, zufrieden sind und wissen, was sie tun sollen

9.30 Uhr

Boarding! Alles marschiert an den Strand, das Dinghi wird beladen und muss zum Schiff gefahren werden. Das ist kein Spaß, so ein Gummiböotchen zu manövrieren, ohne dabei die Ladung zu versenken oder das Tauchschiff zu entern. Manch einer bekam da schon die große Piratenflagge verliehen, Autoren nicht ausgenommen.

10.00 Uhr

Wer guidings oder Kurs macht, der wartet nun, bis er bzw. sie am Tauchplatz ankommt, wirft den Anker, macht das briefing und springt mit seinen Schützlingen über Bord. Im Wasser hat man nun 30 bis 90 Minuten Zeit, sich von seinen Lieben so richtig fordern zu lassen. Nach dem Tauchgang: Alles vom Schiff ins Dinghi laden (incl. Kisten und Flaschen), an den Strand, ausladen, neu beladen und wieder los

12.00 Uhr

Nächste Ausfahrt. Für den Assi/TL an Bord wieder die gleiche Arbeit.

15.00 Uhr

Nächste Ausfahrt. Für den Assi/TL an Bord wieder die gleiche Arbeit.

10.00 Uhr

Alternative: Kurs oder Schnuppertauchen unterrichten. D. h. Theorie und übungen in der Bucht.

10.00 Uhr

Nächste Alternative: Nebenher Basis hüten und Anfragen bearbeiten, Rechnungen schreiben, Gäste aufnehmen, aufräumen, Putzen, Kompressor bedienen, Parkplatz fegen, ...

Zwischendurch wechseln die verschiedenen Aufgaben (Boot, Schnuppertauchen, Basis, Kompressor oder Kurs), damit jeder mal alles tut.

17.30 Uhr

Das Schiff kommt von der letzten Ausfahrt des Tages wieder. Gerödel waschen, Flaschen abspülen und füllen, Basis nass fegen, vor allem die Wege und Flächen davor, um den ewigen Feind den Sand zurückzudrängen.

18.00 Uhr

Die lang ersehnte HAPPY HOUR!!! Jetzt gilt es parallel zur Arbeit so viele von den gespendeten Bieren wie möglich wegzuputzen, was manchmal nicht einfach ist.

19.00 Uhr

Alles geht dem Ende zu: Der Kompressor rattert immer noch, der Dinghimotor ist abmontiert, abgespült und im Trockenraum, alle Sackkarren gespült und geölt.

20.00 Uhr

Alles ist fertig! Zeit für ein letztes Amstel, über dem die allabendliche Frage „Was nun?“ verhandelt wird.

21.00 Uhr

Immer noch an der Basis. Mit viel Gück macht Anthony jetzt das Driftwood zu und wir müssen uns endlich entscheiden.



Damit ist der Tag noch lange nicht zu Ende, denn jetzt beginnt der Abend erst richtig. Aber das erzähle ich euch vielleicht ein anderes Mal, wenn es wieder heißt „Klausimausis Märchenstunde“.

K. Bardele




"Eistauchen" von Matthias Daiber

oder

"Booaahh, ist das kalt!"

OSM-Karte Gönninger Seen

Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe, mit meinem Nasstauchanzug (~7mm) einem Ausflug zu den Gönninger Seen zuzusagen, wahrscheinlich war ich so leichtsinnig aufgrund dessen, dass ich noch nie Eistauchen war. Aber nun gut, wir, d.h. Klaus Bardele, Frank Markus, Norbert Kohlen, Wolfgang Mesner, und meine Wenigkeit, Matthias Daiber, haben uns am Sonntagmorgen, den 13. Januar 2002 mit unserem Tauchgerödel an die Gönninger Seen aufgemacht.

Dort angekommen haben wir erst mal die Lage "abgecheckt"; wir sind also zum unteren See gestiefelt und haben feststellen müssen, dass der See fast komplett zugefroren war, das Eis aber nicht wirklich dick war, was hieß, dass man nicht unbedingt darauf herumlaufen konnte. Spaziergänger und Schaulustige hat das allerdings nicht gestört. Wir sind dann zurück zu den Autos getrottet, um uns anzuziehen und unsere Geräte auf mitgebrachte "Lastenkarren" alias Sackkarren und Fahrradanhänger zu spannen.

Zurück am Eis haben dann Klaus und Frank - mit Abenteuer-funkelnden Augen - ein schönes kreisrundes Loch in die Eisdecke geschlagen.Natürlich waren die beiden angeleint. Klaus und Frank sind als erste rein, Norbert hat den Leinenführer gestellt, Wolfgang war Sicherungstaucher. Die Taucher und der Leinenführer haben über Leinen- zieh- Signale kommuniziert, die so aussehen:

Anzahl der Züge: Signal:
1x Not!
2x Tauche nach links!
3x Tauche nach rechts!
2x 1x Tauche weiter geradeaus!
2x 2x Komme zurück!
5x Alles ok!

(Richtungen immer vom Leinenführer aus gesehen!)

Nachdem unsere zwei "Pioniere" ausgestiegen waren, kamen Wolfgang und ich an die Reihe; Nach dem Sprung ins kalte Wasser fühlte ich, wie dieses langsam in meinen Anzug gekrochen ist. Was für ein eisiges Gefühl!! Glücklicherweise wurde mir aber relativ schnell wieder warm. Die Kälte spürte ich während des Tauchgangs nur im Gesicht und an den Händen.

Trotz aller Umstände und der Kälte war der Tauchgang wunderschön, da es unter dem Eis einfach noch ruhiger zugeht und alles einfach noch mal anders wie beim normalen Tauchen ist. Unter Wasser ist es total ruhig und schön klar und es gibt viele Wasserpflanzen. Fische habe ich selber keine gesehen, aber mein Vater. Das Gefühl, unter der Eisdecke eingeschlossen zu sein, habe ich mir wesentlich schlimmer vorgestellt, als es dann wirklich war; ich hatte durch die Leine und das Vertrauen zu meinem Vater gar keine Angst und die Eisdecke war eine Art Wand, die uns von der Hektik des Alltags und vor den Schaulustigen am Seeufer und auf dem Eis abschloss.

Am Ende unseres über 20 minütigen Tauchganges habe ich nur an den Finger und im Gesicht gefroren. Nach uns hat dann Norbert mit seinem neuen Hightech- Sonarsystem getaucht, wir zwei, mein Vater und ich mussten dann leider gehen.

Im Ganzen war es ein supertoller Ausflug und ich kann Eistauchgänge nur weiterempfehlen, selbst mit Nasstauchanzug.

M. Daiber